Ehe und Homo-Ehe sind nicht gleich

Verfolgt man die Presse zum Ergebnis des Referendums zur „Homo-Ehe“ in Irland, dann muss man den Eindruck gewinnen, diejenigen, die in Deutschland zur klassischen Ehe zwischen Mann und Frau stehen, gehören zu einer aussterbenden, fast bemitleidenswerten Bevölkerungsgruppe. Nach dem klaren Ja der Iren zur Homo-Ehe werden sogleich Forderungen auf eine Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen auch in Deutschland immer lauter. Die Befürworter einer solchen Regelung fühlen sich darin bestärkt, nicht müde zu werden, dass Deutschland in dieser Frage längst rückständig sei und zu den ewig Gestrigen gehört.

Ich mag dieses Signal aus dem Referendum der Iren so nicht verstehen. Irland hat ein sehr gespaltenes Verhältnis zur katholischen Kirche, die in Irland ihre Macht missbraucht hat und in Fragen der Sexualität angesichts haarsträubender Affären kaum noch glaubwürdige Antworten geben kann. Darin begründet sich gewiss ein Teil des Protestes, der dort auch ein Stück Befreiung von der Bevormundung ausdrückt. Dies aber als Beleg dafür zu nehmen, dass die Gleichstellung der Lebenspartnerschaften in Deutschland mit der vom Grundgesetz besonders geschützten Ehe schnellstmöglich herbeigeführt werden muss, halte ich für falsch. Es folgt unserer ehrgeizigen Wahnvorstellung, möglichst alles gleich zu machen, auch wenn es ungleiche Dinge sind. Die Gleichstellung der Lebenspartnerschaften wurde schrittweise so weit ausgedehnt, dass am Ende niemand mehr weiß, worin eigentlich noch der rechtliche Unterschied zur Ehe besteht. Und auch das Bundesverfassungsgericht hat durch seinen Beschluss, der besondere Schutz der Ehe dürfe nicht in deren Bevorzugung gegenüber Lebenspartnerschaften bestehen, die Diskussion aus meiner Sicht in eine falsche Richtung gelenkt. Dabei geht es mir nicht darum, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, welchen Neigungen und Formen des Zusammenlebens sie sich suchen. Dies muss jeder für sich entscheiden können und das gilt es zu akzeptieren und zu respektieren. Ebenso gilt es aber auch zu respektieren, dass eine Ehe zwischen Mann und Frau vor unserem Grundgesetz und in unserem christlichen Glauben einen besonderen Schutz verdient. Am Ende gehört es zu unserer Schöpfungsgeschichte, dass nur Mann und Frau ein Kind zeugen können. Und ich glaube auch, dass gerade dies in Fragen des Adoptionsrechtes für gleichgeschlechtliche Paare besonderes Augenmerk verdient. Dazu sollte sich eine aufgeklärte Gesellschaft klar bekennen, ohne belächelt oder als rückständig bezeichnet zu werden. Ich bekenne mich dazu, dass die Ehe nicht im Namen von Gerechtigkeit und Toleranz einfach mit allen anderen Formen der Lebenspartnerschaften gleichgestellt werden kann.

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