Verantwortung für Deutschland

Kolumne September 2015

Die Flüchtlingskrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie fordert uns personell, materiell, finanziell und auch in Fragen der Menschlichkeit. Wir helfen Menschen in Not. Unser Asylrecht bietet denjenigen Schutz, die von Krieg betroffen oder an Leib und Leben bedroht sind. Und das ist richtig.

Mit diesem Versprechen haben sich Millionen Menschen auf den Weg nach Europa gemacht, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Jeder Einzelfall verständlich. Aber es ist mindestens genauso wichtig zu sagen, dass Deutschland nicht das Leid aller lösen und all diese Menschen aufnehmen kann.

Mir begegnet die Angst vieler Bürger, die aufgrund der massenhaften Flüchtlinge, die täglich nach Deutschland strömen, verunsichert sind und das Gefühl haben, dass uns diese Aufgabe überfordert und unser Wertesysteme überdehnt. Ich kann das gut verstehen.

Wir praktizieren eine Willkommenskultur, die als Einladung nach Deutschland und humanitäre Geste verstanden werden muss. Nur ist mit dem Applaudieren an Bahnhöfen und dem Verteilen von Essen und Getränken das Problem nicht gelöst. Dafür wiederum wird jeder, der ein „aber“ hinzufügt, an den Pranger gestellt und belehrt, dass Zuwanderung doch langfristig positive Effekte für unser Land und unsere alternde Gesellschaft hat.

Diese Auffassung teile ich nicht. Es kommen nicht nur motivierte, intelligente und gut gebildete Menschen, die sofort in Deutschland integriert und auf unserem Arbeitsmarkt eingesetzt werden können. Es ist ein Irrtum, so zu tun, als ob wir in der Lage wären, diese Menschen problemlos zu integrieren und ihnen damit die gewünschte Zukunft zu schenken. Wir haben nicht einmal ausreichende Ressourcen, um ihnen unsere Sprache zu lehren, die Grundlage für Integration sein muss.

Wir sollten aufhören, Gesten, die als Einladung verstanden werden, zu verschicken. Wir helfen aus humanitärer Verantwortung. Aber wir haben auch eine Verantwortung für Deutschland. Ich habe Sorge um Deutschland und unsere Wertegemeinschaft, die über viele Jahrzehnte Frieden gesichert und Wohlstand geschaffen hat. Ich will kein Land des Multikultarismus. Ich glaube nicht, dass es nur besser werden kann, wenn es bunter wird und wir uns den Einflüssen fremder Kulturen unterziehen müssen.

Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass unsere Bürger Ängste haben und verunsichert sind. Damit eine Gesellschaft gut funktioniert, braucht es einen inneren Zusammenhalt der Gemeinschaft. Besteht der nicht mehr, weil die politische und veröffentlichte Meinung von der der Bürger abweicht, werden die Ränder gestärkt und unsere Demokratie gefährdet.

Was wir brauchen, ist ein Konzept, wie wir mit der Krise umgehen und den wirklich Hilfsbedürftigen helfen wollen. Wir müssen Anreize absenken, Rückführungen konsequent durchsetzen und den Zustrom unterbrechen. Political correctness ist nicht gefragt, sondern Klarheit und politischer Mut zur Durchsetzung deutscher Interessen.

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