Landesentwicklungsplan wird geändert
Kasseckert: Anregungen und Bedenken ernst nehmen
Kritisch angemerkt wurden auch die finanziellen Folgen der neuen Einordnung zur Raumstruktur. 15 Kommunen werden neu dem sogenannten Verdichtungsraum zugeordnet (früher ländlicher Raum), womit ihnen künftig Zuschüsse aus dem Kommunalen Finanzausgleich (KFA) reduziert werden. Dazu gehören auch Kommunen im östlichen Main-Kinzig-Kreis, entlang der A66. In diesem Punkt bleibt das Land zwar bei der Bewertung, dass den Kommunen entlang der Entwicklungsachsen große Entwicklungspotenziale zufallen und sie sich deshalb vom ländlichen Raum unterscheiden. Allerdings hat sich die Landesregierung darauf verständigt und zugesagt, die finanziellen Auswirkungen im KFA abzufangen und Nachteile auszugleichen. Außerdem entstehen für diese Kommunen nun weitere Perspektiven und Chancen, die bei der Aufstellung der neuen Regionalpläne genutzt werden können. Auch die Bedeutung der Innenstädte und ihres Einzelhandels wurde gestärkt. So sind großflächige Einzelhandelsvorhaben, wie Möbel- und Einrichtungshäuser, Küchen, Bad- und Sanitärfachmarkte, auch künftig nur in integrierten Lagen der Innenstädte und nur ausnahmsweise außerhalb zulässig, wozu ein umfangreiches Abweichungsverfahren im Einzelfall notwendig wäre. Erweitert wurde in diesem Zusammenhang auch die Liste der zu schützenden, innenstadtrelevanten Sortimente.
Insgesamt sind wir mit den Änderungen zufrieden, betont Kasseckert. Es zeigt, dass die Landesregierung den Beteiligungsprozess ernst nimmt und auf die Anregungen der kommunalen Familie eingeht. Mit der Beschlussfassung dieser Teiloffenlage, die voraussichtlich im Sommer 2021 erfolgt, wurde dann der komplette Landesentwicklungsplan erneuert. Damit hat Hessen auch für die Aufstellung der Regionalpläne ein aktuelles Regelwerk, das die Entwicklung des Landes in wichtigen Themenfeldern ebnet. Gerade der Raum Hanau/Main-Kinzig wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, weil hier Infrastruktur und Flächen zur Verfügung stehen, die an anderer Stelle des Ballungsraumes Frankfurt/Rhein-Main so nicht zu finden sind, ist sich der CDU-Politiker sicher.