Es ist vollbracht!
Was aber bedeutet das für uns? Die Welt ist in Bewegung, und es kommt zu einer tektonischen Verschiebung der politischen und ökonomischen Machtzentren in der Welt. Das mit sich selbst beschäftigte Amerika wird als Weltmacht vorerst oder besser weiterhin ausfallen. Europa wird nicht automatisch auf die Unterstützung und die Rückkehr zur früheren Stärke des transatlantischen Bündnisses mit den Vereinigten Staaten bauen können. Der Rest der Welt kann in dieser Zeit des Vakuums neu definieren, wie sich diese tektonischen Verschiebungen für ihre Zwecke nutzen lassen. Das bedeutet, dass Europa zusammenstehen und sich jeder Erosion seiner Mitgliedsstaaten entgegenstellen muss. Dennoch müssen die Verbindungen zu den USA neu belebt werden. Sie stehen uns näher als jede andere Weltmacht. Joe Biden kann ein Brückenbauer dafür sein. Seine Ankündigung etwa, dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten zu wollen, weißt in die richtige Richtung. Er wird von Europa aber auch Bewegung einfordern, zum Beispiel in der Verteidigungspolitik. Das alles eröffnet neue Chancen. Aber es sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit der Abwahl von Donald Trump das Rad nicht einfach zurückgedreht werden kann.